Kinder können grausam sein und sprechen doch nur aus, was Erwachsene denken.
Außenstehende, die nicht von starkem Schwitzen am Po betroffen sind, reagieren oftmals mit Ablehnung wenn Sie einen "Poschwitzer" sehen dessen Hinterteil, gut sichtbar durchfeuchtet, sofort ins Auge sticht.
Der erste, nur selten geäußerte Gedanke, lautet dann zumeist "Inkontinenz" oder "mangelnde Hygiene". Der Volksmund spricht auch vom "Arschschwitzen" – eine Bezeichnung die für sich genommen schon abwertend wirkt.
Weitere Klassiker im täglichen Spießrutenlauf eines Hyperhidrotikers mit stark schwitzendem Hintern sind dunkle Stuhlbezüge in geschäftlichen Besprechungen (und die darauf sichbaren Schweißpfützen beim Aufstehen) sowie eine unangenehme Geruchsbelästigung, deren Ursprung ebenfalls dem Rumpf entspringt.
Der dabei aufsteigende Schweißgeruch hat nicht selten eine stechende Note und ähnelt, je nach Ausprägung, mehr oder weniger stark dem Geruch von Ammoniak oder sogar Katzenurin.
Doch wo liegen die Ursachen des Schwitzens und welche Möglichkeiten der Abhilfe bieten sich an…?
Die sofortige Therapie der Symptome kann eine fundierte Ursachenforschung und die nachhaltige Therapie durch Fachärzte (z.B. Dermatologen, Internisten, Ernährungsspezialisten, Psychotherapeuten) positiv ergänzen, jedoch nicht ersetzen. Kurzfristiges Ziel ist die Wiederherstellung der Lebensqualität des Betroffenen.
Besonders hautschonende Antitranspirante gelten dabei bei vielen Fachleuten als bevorzugter erster Schritt, wenn es um die Verhinderung starken Schwitzens am Hintern geht. In den meisten Fällen stellt sich bereits kurz nach Beginn der Behandlung eine spürbare Verbesserung ein: der Schweißfluss wird stark reduziert, wodurch dem Betroffenen die Scham und der akute Leidensdruck ("Angst vor dem sichtbaren Schwitzen") genommen wird.
Antitranspirante der dritten Generation wie wir sie heute bereits vereinzelt im freien Online-Handel finden sind so konzipiert, dass sie selbst über einen längeren Zeitraum angewendet werden können, ohne den Organismus zu belasten. Auch Hautreizungen sind bei diesen "sanften Antiperspirantien" mittlerweile auf ein Minimum reduziert worden und zwar ohne die Wirkung einzuschränken.
Antitranspirante mit bis zu 20% Aluminiumchlorid-Anteil können ohne Probleme zwischen den Pobacken, im Schritt oder an den Oberschenkeln angewendet werden. Dies trifft besonders auf schweißhemmende Mittel zu, die durch Zugabe von Pflanzenextrakten eine bessere Hautverträglichkeit aufweisen.
Doch vorsicht! Da das Mittel nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen darf, ist darauf zu achten, dass sich die Flüssigkeit sicher (d.h. gezielt) applizieren lässt. Produkte in Pump- bzw. Sprühflaschen sowie Roll-On Sticks mit Kugel sind eher ungeeignet.
Als besonders sicher sind Tropfenflaschen anzusehen, anhand derer sich das Mittel zur Darreichung auf einen dünnen Wattebausch oder auf die Fingerkuppe tropfen lässt. So kann der Wirkstoff auch auf engem Raum (z.B. zwischen Nase und Oberlippe) sicher verteilt werden.
Die Haut am Po und im Schritt ist besonders sensibel. Deshalb sollte beim Kauf eines Antiperspirants auf pflegende und reizlindernde Zusatzstoffe geachtet werden, damit der Wirkstoff Aluminiumchlorid nicht zu unangenehmen Hautreizungen führt. Als wirkungsvolle Katalysatoren gegen Hautreizungen haben sich natürliche Pflanzenextrakte wie z.B. Salbei, Nelkenblüte und Bartflechte. Denn diese seit Jahrhunderten bekannten Stoffe reduzieren die Reizung der Haut auf ein Minimum.
Schwitzen am Po ist für die Betroffenen mit starken persönlichen Einschränkungen verbunden, die dazu führen können, dass sich der Poschwitzer kaum mehr unter Menschen traut, bzw. viele Situationen des täglichen Lebens bewusst meidet. Diesen Rückzug aus dem Leben zu durchbrechen ist oberstes Ziel einer jeden Therapie!
Ein erster Schritt dazu sollte der Gang zum Dermatologen sein. Dazu muss die Scham des Betroffenen, fremde personen zu involvieren, überwunden werden, damit der Vielschwitzer Ärztliche Hilfe überhaupt wahr nehmen kann.
Auf diesem Wege kann der vorangehende (anonyme!) Austausch mit anderen Betroffenen als sehr hilfreich angesehen werden. Die Hyperhidrotiker merkt, dass er alles andere als allein mit seinem Problem ist, was allein für sich genommen schon sehr befreiend wirken kann.
Können zugrunde liegende Primärerkranungen ausgeschlossen werden dürften in der Regel auf gute Verträglichkeit abgestimmte Antitranspirante der erste Schritt in ein schweißfreies Leben darstellen.
Sollte diese Therapieform am Po keine Besserung bringen gibt es noch die Möglichkeit zur medikamentösen Behandlung des Schwitzens, wobei hier (verschreibungspflichtige) Medikamente aus der Parkinson-Therapie zum Einsatz kommen deren Darreichung auf Grund der möglichen Nebenwirkungen aufs Genauste auf die körperlichen Verfassung des Betroffenen abgestimmt werden müssen.
Gleiches gilt für Injektionen mit Botulinumtoxin sowie (als letzter möglicher Schritt) für operative Eingriffe.